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St. Pauli oder HSV: Welcher Fanclub mobilisiert in Bevern mehr Blutspender?

Bevern. Dank der Unterstützung der Gaststätte Beverner Landhaus („Jogi“) ist es dem Blutspendedienst des Roten Kreuzes möglich, an dem in Niedersachsen neu eingeführten Feiertag am kommenden Mittwoch, 31. Oktober (Reformationstag), in Bevern zwischen 11 und 14 Uhr zum Aderlass (mit Warmverpflegung, Gullaschsuppe) zu bitten. Vertreter zweier örtlicher Fußball-Fanclubs üben dabei den Schulterschluss und appellieren an die Bevölkerung, den Termin wahrzunehmen.

1. Beim Fußball sind sie Rivalen, beim Blutspenden aber üben sie den Schulterschluss: Helmut Meyer vom HSV-Fanclub Blue Biber Boys (links) und Marcus Scheil (St.-Pauli-Fanclub Bubus Brigade). In der Bildmitte: Irmgard Schröder, langjährige Organisatorin der Blutspendetermine in Bevern (Foto: St. Jeschke/DRK)

 

Nämlich: Marcus Scheil vom FC-St.-Pauli-Fanclub Bubus Brigade sowie der HSV-Anhänger Helmut Meyer von den Blue Biber Boys, beides langjährige Blutspender. „Ich erinnere mich noch, dass die Leute teilweise bis draußen vor der Tür in einer Schlange gestanden haben, als ich vor ungefähr 20 Jahren zum ersten Mal gespendet habe - so groß war die Bereitschaft damals, anderen zu helfen“, sagt Scheil. Was Helmut Meyer, der bereits seit fast 50 Jahren Blut spendet, bestätigen kann.

 

 

 

Und auch Irmgard Schröder, die sich seit bereits drei Jahrzehnten als ehrenamtliche Helferin in der Blutspende in Bevern engagiert, glaubt daran, dass der Ort bedeutend mehr Potenzial habe, als die jeweils durchschnittlich 40 bis 45 treuen Spender, die in den zurückliegenden Jahren zu den einmal im Quartal stattfindenden Terminen erscheinen. „Vielleicht gelingt es ja, das Bewusstsein für die Blutspende in Bevern wieder etwas mehr zu schärfen und dauerhaft wieder mehr Spender zu mobilisieren“, hofft Stephan Jeschke (DRK-Kreisverband Bremervörde), der die Aktion gemeinsam mit Schröder und den beiden Fanclub-Vertretern initiiert hat.

 

 

 

Scheil und Meyer jedenfalls wollen ihren Beitrag dazu leisten, über die Stammspender hinaus auch diejenigen zu mobilisieren, die üblicherweise nicht oder nur sehr unregelmäßig Blut spenden. Und zwar dauerhaft und zum Auftakt auf sprichwörtlich spielerische Art und Weise. Idee: Das vor wenigen Wochen im Hamburger Volkspark unentschieden ausgegangene Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli soll in einem zweiten Anlauf einen Sieger ermitteln – wenn auch nur auf dem Papier.

 

 

 

Wie das funktioniert? Jede Spenderin und jeder Spender kann bei dem Blutspendetermin am kommenden Mittwoch bei der Anmeldung auf einem separat ausgelegten Blatt Papier anonym Farbe bekennen und einen Strich machen – entweder bei „Pauli“ oder eben beim HSV. Der Verein, der am Ende des Spendetermins die meisten Striche auf sich vereint, ist (imaginärer) Sieger des Hamburger Stadtderbys. 

 

Als „Siegprämie“ lobt der DRK-Blutspendedienst für die Initiatoren der Aktion ein 30-Liter-Fass Bier aus. Bei welcher Gelegenheit es angestochen wird, lassen Scheil und Meyer noch offen. Denkbar wäre, es bei einem Heimspiel der Ersten Herren am Beverner Sportplatz auszuschenken - „oder in ein paar Monaten anlässlich des Rückspiels des FC St. Pauli gegen den HSV, das sich Fußballinteressierte dann vielleicht zusammen mit uns auf Großbildleinwand hier in Bevern anschauen könnten. Mal sehen, was uns alternativ noch so einfällt…“, so Scheil.

24. Oktober 2018 08:55 Uhr. Alter: 21 Tage