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„Exzellente Kombination aus Haupt- und Ehrenamt“

Brauel. „Alles ist wieder normal.“ Mit diesen Worten eröffnete Schatzmeister Johann Heins (Selsingen) seinen Jahresbericht zur wirtschaftlichen Situation des Bremervörder Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Brauel bezogen auf das Tätigkeitsjahr 2017. Damit gemeint war, dass der gleichermaßen einnahmen- und kostenintensive Betrieb der zwei 2015/2016 vom DRK in den ehemaligen Bundeswehrkasernen betriebenen Flüchtlingsnotunterkünfte in Schwanewede und Visselhövede in dem der Mitgliederversammlung präsentierten Zahlenwerk nicht mehr nachklang.

Dienstherr von mittlerweile mehr als 400 hauptamtlichen Mitarbeitern: DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff (Fotos: St. Jeschke/DRK)

Trotz der um 200.000 Euro auf 10,8 Millionen Euro gesunkenen Bilanzssumme jedoch bestätigt der knapp 100 Seiten umfassende Prüfbericht laut Heins die nach wie vor „hervorragende wirtschaftliche Situation“. Das veranlasste Präsident Frank Pingel zur Preisgabe seines Hintergrundwissens, dass der DRK-Kreisverband Bremervörde in puncto Leistungsstärke „eine kleine Perle“ im Kreise der nicht ganz 50 DRK-Kreisverbände innerhalb Niedersachsens sei und im „Konzert der Großen“ dem Vernehmen nach durchaus mitzumusizieren in der Lage ist.

 

Auch nahmen die aus den 15 DRK-Ortsvereinen zur Kreisversammlung erschienenen 53 Delegierten mit Freunde und Genugtuung wahr, dass sich für ihn, Pingel, gerade während der einsetzenden großen Flüchtlingsbewegung vor etwas mehr als zwei Jahren in eindrucksvoller Weise gezeigt habe, dass das Rote Kreuz über eine „exzellente Kombination aus Haupt- und Ehrenamt“ verfüge.

 

Ersteres macht in der Anzahl der Mitarbeiter nach Darstellung von DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff mittlerweile knapp 400 Stellen aus, inklusive der rund 60 Beschäftigten, die in der ambulanten beziehungsweise Tagespflege (Oerel) der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle mit dem DRK als Mehrheitsgesellschafter tätig seien. Ein Großteil der unter dem Dach des DRK beschäftigten Frauen und Männer seien im Rettungsdienst aktiv (knapp 150), weitere gut 70 im Bereich der mittlerweile sechs vom Roten Kreuz betriebenen Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt. Hinzu kämen an vierter Stelle drei Dutzend Schulassistentinnen.

 

Einen großen Teil der ehrenamtlichen Mitarbeiter stellt mit knapp 100 Frauen und Männern der jährlich mit einem hohen fünfstelligen Betrag geförderte Bereich Katastrophenschutz - genauer: die den DRK-Ortsvereinen angegliederten Bereitschaften aus Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven, inklusive dem im Sommer als neueste Komponente ins Leben gerufenen Kriseninterventionsteam um deren Leiterinnen Alexandra Rothgeber (Tarmstedt) und Nadine Mooij (Gnarrenburg) sowie der DRK-Einsatzzug um dessen Leiter Chris Knoblauch (Zeven). 

 

Zahlenmäßig ebenfalls stark vertreten: die Helferinnen und Helfer aus den 16 DRK-Ortsvereinen sowie aus den organisationsungebundenen Interessengemeinschaften, die in der Blutspende aktiv sind und für die Organisation und Durchführung der Termine (2017: 120 Termine in 28 Ortschaften) sowie der Verköstigung der Spender verantwortlich zeichnen. Nicht zu vergessen: die rund zehn Erste-Hilfe-Ausbilder, die unter der Regie der Ausbildungsbeauftragten Andrea Grabau 2017 in Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven nicht weniger als 202 Lehrgänge durchführten.  

 

Nach wie vor als „Sorgenkind“ bezeichnete Rolf Eckhoff den Betriebsteil Essen auf Rädern. Der Menüservice ließe sich weiterhin nicht annähernd kostendeckend führen – „wegen der anfallenden Personalkosten sowie der kostenintensiven Warmauslieferung aufgrund der großen Wegstrecken“, so Eckhoff. Aber: „Das DRK ist kein Wirtschaftsunternehmen, sondern Hilfsorganisation und Wohlfahrtsverband. Deshalb werden wir dieses Angebot für diejenigen Menschen fortführen, die ohne uns vielleicht aufgeschmissen wären“.

 

Weniger kostenintensiv weil durch den Landkreis Rotenburg teilweise refinanziert ist der seit 2014 vom DRK angebotene Behindertenfahrdienst, durch den Menschen mit Handicap die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben (jedoch keine Arztfahrten) ermöglicht wird. „Dieses Angebot wird sehr gut angenommen. 2017 waren es 195 Fahrten, was einem Plus gegenüber 2016 von 85 Fahrten entspricht“, freut sich Eckhoff.

 

Die Bevölkerung weiß die Aktivitäten des DRK offenbar zu schätzen, denn seit Beginn der im Frühjahr 2015 gestarteten Mitgliederwerbung konnten für die über den Altkreis Bremervörde verteilten Ortsvereine nicht ganz 700 neue Förderer für die Idee des Roten Kreuzes gewonnen werden. Laut Eckhoff entspricht das einer Steigerung um 17 Prozent. „Vielleicht können wir die 5.000er-Marke bei den Mitgliedszahlen mittelfristig wieder knacken“, so die Hoffnung des Geschäftsführers.

12. Dezember 2018 16:51 Uhr. Alter: 161 Tage