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Auf Herz und Nieren geprüft

Bremervörde. Die bestmögliche Versorgung aller Patienten in einer Qualität, die höchsten Ansprüchen genügen soll und deren Güte überdies messbar und somit bewertbar ist: Das war das übergeordnete Ziel, als der DRK-Kreisverband Bremervörde für seinen Rettungsdienst und den qualifizierten Krankentransport ein Qualitätsmanagement auf den Weg brachte. Entsprechend groß ist die Freude nicht nur bei DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff darüber, dass dieses jetzt offiziell bestätigt international anerkanntem Standard gemäß DIN EN ISO 9001 - so die für Laien sperrig klingende Bezeichnung - gerecht wird.

Aus den Händen von Inge Appel (Geschäftsführerin ZERTPUNKT) erhielten DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff (Zweiter von rechts), Rettungsdienstleiter Sören Zelck (rechts) und dessen Stellvertreter Dirk Richter (Dritter von links) die Zertifikatsurkunde, die das Qualitätsmanagement des Rettungsdienstes des DRK-Kreisverbandes Bremervörde als international anerkannter Standard ausweist. Außerdem im Bild (von links) zu sehen: die Rettungsdienstmitarbeiter Magnus Mildner, Jaqueline Eich (Auszubildende), Michael Borgmann, Mike Friese und Nicolas Jahnke (Foto: St. Jeschke/DRK)

Die frohe Kunde überbrachte Inge Appel (Geschäftsführerin der in Bad Oldesloe ansässigen ZERTPUNKT GmbH) den Verantwortlichen um Eckhoff, Rettungsdienstleiter Sören Zelck sowie dessen Stellvertreter Dirk Richter bei der Überbringung der entsprechenden Urkunde am Mittwochvormittag in Bremervörde. 

Gewissermaßen als Zugabe sprach Appel den Rotkreuzlern außerdem ein großes Lob aus: „Das Zertifizierungsverfahren stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Ein Qualitätsmanagement kann nämlich nur gelebt werden, wenn es breit getragen wird und wenn Leitungskräfte und Mitarbeiter engagiert und vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ Dieses habe der DRK-Kreisverband Bremervörde nach Appels Dafürhalten eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Appel sieht die Zertifizierung zuallererst als ein Versprechen des Roten Kreuzes an Patienten, Krankenhäuser und Arztpraxen, an das der Rettungsdienst von Kunden, Partnern und der Öffentlichkeit gemessen und beurteilt werden könne und auch beurteilt werden müsse. Dieser gehört laut Mitteilung des DRK mit knapp 140 hauptamtlichen Mitarbeitern und neun rund um die Uhr besetzten Wachen zwischen Bremervörde und Visselhövede auch flächenmäßig zu den größten Niedersachsens.

Wie Eckhoff, Zelck und Richter bestätigen, war im Vorwege der jetzt erfolgten Zertifizierung eine Menge zu tun: Die vor dem Hintergrund der gesetzlichen Anforderungen sehr komplexen und vereinheitlichten Prozesse des Rettungsdienstes und Krankentransportes seien auf den Prüfstand genommen und systematisch nach allen Grundsätzen und Anforderungen der angestrebten Zertifizierung aufgebaut worden. Begriffe wie Kundenorientierung, ein konsequentes Fehler- und Verbesserungsmanagement, eine permanente Überprüfung der notwendigen Ressourcen (medizinisches Verbrauchsmaterial und Medikamente beispielsweise) sowie Schulungen der Beschäftigten des Rettungsdienstes spielten laut DRK dabei eine besondere Rolle.

Zum Ablauf der „heißen“ Phase der Zertifizierung: In umfangreichen Interviews an den Rettungswachen sowie der Einsicht in zahlreiche Dokumente habe der von der Zertifizierungsgesellschaft entsandte Auditor das DRK, so Eckhoff, „auf Herz und Nieren geprüft“. „Mehrere Tage wurden die unterschiedlichen Stationen besucht und mit dem Führungspersonal und zahlreichen Mitarbeitern gesprochen. Dabei musste der Rettungsdienst unter Beweis stellen, dass die im Qualitätsmanagement-Handbuch eingegangenen Verpflichtungen auch tatsächlich in die Praxis umgesetzt und ständig weiterentwickelt werden“, verdeutlicht Appel.

Feststellung am Ende des „sehr anstrengenden Verfahrens der Erstzertifizierung“ (Appel), in dem Stärken und Schwächen analysiert und aufgedeckt worden seien: Der DRK-Kreisverband Bremervörde erfülle alle Anforderungen eingangs erwähnter DIN-Norm.

Eckhoff, Zelck und Richter loben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes ausdrücklich dafür, dass die Zertifizierung der Qualitätsmanagementsystems trotz der für jeden Einzelnen mit erheblichen Anstrengungen verbundene Umsetzung des 2014 parallel in Kraft getretenen Notfallsanitätergesetzes so erfolgreich habe gestaltet werden können.

29. September 2017 08:51 Uhr. Alter: 1 Jahre