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Dienstältester DRK-Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet

Bremervörde. Im Rettungsdienst des Bremervörder Deutschen Roten Kreuzes (DRK) endet eine Ära: Mit Rettungsassistent Rainer Hartmeyer trat der mit Abstand dienstälteste der mehr als 300 Mitarbeiter des gesamten DRK-Kreisverbandes Bremervörde jüngst in den Ruhestand ein. „Ich habe meinen Beruf fast 40 Jahre ausgeübt und immer gewusst, warum und für wen ich das mache“, so Hartmeyer zurückblickend.

Nach fast 40-jähriger Tätigkeit im Rettungsdienst des Roten Kreuzes wurde Rainer Hartmeyer (rechts neben ihm dessen Ehefrau Hildburg) als mit Abstand dienstältester DRK-Mitarbeiter von DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff (links), Stellvertreter Thomas Hechler (hintere Reihe rechts) und Rettungsdienstleiter Sören Zelck in den Ruhestand verabschiedet (Foto: St. Jeschke/DRK)

Was er explizit damit meint: „Dazu beitragen, dass Menschenleben gerettet werden können. Das Helfersyndrom eben…“, sagt der 63-jährige Bremervörde, der vor seinem Engagement beim Roten Kreuz als Sozialversicherungsfachangestellter bei zwei Krankenkassen tätig war. Über den ehrenamtlich organisierten Sanitätsdienst der örtlichen DRK-Bereitschaft fand er im Frühjahr 1978 schließlich den Weg ins Rotkreuz-Hauptamt.

 

Es war eine Zeit, die mit den Strukturen und den technischen Möglichkeiten des heutigen Rettungsdienstes wenig bis gar nichts gemein hatte. Eine Leitstelle, so Hartmeyer, habe es beispielsweise noch gar nicht gegeben. Notrufe seien zeitweise stattdessen von den Ehefrauen zu Hause entgegengenommen worden, wo die Funkgeräte zwecks Alarmierung der diensthabenden Sanitäter gestanden hätten. Und: „Zum Beatmen gab es einen schlichten Blasebalg und den auf dem Krankenwagen verfügbaren Sauerstoff lediglich zum Inhalieren - was aber wiederum die Eigenatmung des Patienten voraussetze.“

 

Hartmeyer, der ergänzend zu seinem Job als Rettungsassistent als staatlich geprüfter Desinfektor (eine Tätigkeit, auf der das gesamte Gebiet der Hygiene im Rettungsdienst aufbaut) für den Rettungsdienstbereich Nord (Wachenstandorte Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt) verantwortlich zeichnete, werden die schönen Seiten seines Berufes ungleich stärker in Erinnerung bleiben als die ja durchaus auch tragischen.  Ein gutes dutzend Mal etwa war er dabei, als die Einleitung der Geburt eines neuen Erdenbürgers keinen zeitlichen Aufschub mehr duldete und im Rettungswagen oder bei der Familie zu Hause „in Angriff“ genommen werden musste.

 

Sechs Einsätze allerdings, bei denen Kinder auf Wiederbelebungsmaßnahmen angewiesen waren, waren in Hartmeyers fast vier Jahrzehnte währenden DRK-Tätigkeit vergeblich. Er weiß: „Immer wenn es im Einsatz um junge oder sehr junge Menschen geht, sind die Belastungen besonders stark.“ Ihm ist anzumerken, wenn er sagt, dass er heilfroh sei, dass der letzte Rettungsversuch seines Berufslebens an einem neun Monate alten Kleinkind vor rund einem Jahr ein gutes Ende nahm.

 

Wofür er ebenfalls sehr dankbar sei: Dass ihn sein Dienstherr, DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff, im Winter/Frühjahr 2015/2016 in die vom Roten Kreuz betriebene Flüchtlingsnotunterkunft Schwanewede entsandte, um in der wieder ans Netz gegangenen ehemaligen Bundeswehrkaserne als Leiter der dort eingerichteten Rettungswache und stellvertretender Leiter des Sanitätsbereiches tätig zu werden. „Das war ein schöner Abschluss“, sagt Hartmeyer, der sich jetzt im Ruhestand erstmal an die neue Tagesstruktur gewöhnen muss. Und ihm steht der Sinn nach Reisen. „Gerne ans Mittelmeer. Aber es gibt auch in Bremen und Hamburg noch Ecken, die ich noch nicht gesehen habe“, so Hartmeyer.

22. November 2017 12:11 Uhr. Alter: 1 Jahre