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„Das ist schon sehr dreist“

Bremervörde. „Nicht schon wieder!“, dachten sich die Beschäftigten des DRK-Kreisverbandes am Montagmorgen, als sie den Haupteingang der Geschäftsstelle am Großen Platz passieren wollten. Geschäftsführer Rolf Eckhoff findet deutlichere Worte: „Es ist schon sehr dreist, dem Roten Kreuz ungefragt die Müllentsorgung im Landkreis Rotenburg übertragen zu wollen“.

DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff ärgert sich über die vor der Geschäftsstelle „entsorgten“ Gegenstände (Foto: St. Jeschke/DRK)

Keine Frage: Eckhoff übertreibt. Das aber in dem Bewusstsein, dass gerade in jüngster Zeit sich die Fälle illegal entsorgten Mülls an DRK-Einrichtungen häufen. Wiederholt hatten Unbekannte beispielsweise am Solferino-Haus in der Gutenbergstraße in Bremervörde den Stellplatz der dort platzierten Altkleidercontainer als Abstellmöglichkeit für mehrere mit Unrat gefüllte Supermarkteinkaufswagen genutzt. Kurze Zeit später waren nicht weniger als 17 großformatige und mit Müll (aber auch mit zu Bruch gegangenes Glas und Essensresten) gefüllte Säcke ebenfalls an Altkleidercontainern abgelegt worden, dieses Mal in Brillit. Und jetzt die nicht bestellte „Lieferung“ unter anderem von Altglas und Porzellan direkt vor der DRK-Geschäftsstelle.

 

Dass sich darin wenigstens noch ein Teil weiter zu nutzender Textilien beziehungsweise vom Eigentümer nicht mehr benötigte Bettwäsche befindet, macht den Vorfall aus Eckhoffs Sicht nicht besser. „Wer uns etwas Gutes tun und Altkleider spenden möchte, der möge doch bitte die dafür vorgesehenen Container benutzen, davon haben wir in den Dörfern und Städten des Altkreises Bremervörde mehr als 50 stehen. Die sind eigentlich nicht zu übersehen und als Eigentum des Roten Kreuzes zu erkennen. Oder die Sachen in unseren Kleidershops in Bremervörde oder Zeven abgegeben. Aber sie doch bitte nicht einfach vor unsere Geschäftsstelle legen“.

 

Und schon gar nicht so, dass die Mitarbeiter mehr oder weniger erst noch darüber steigen müssten, um in das Verwaltungsgebäude zu gelangen. „Von den Teilnehmern unserer Erste-Hilfe-Kurse oder unseren Hausnotruf- und Essen-auf-Rädern-Kunden will ich gar nicht erst reden. Das ist beschämend“, so Eckhoff, der sich darüber ärgert, Geld für die Entsorgung anderer Leutes Müll ausgeben zu müssen. „Geld, das uns dann für unsere sozialen Handlungsfelder weniger zur Verfügung steht“.

 

Mit Blick auf den eingangs erwähnten Vorfall in Brillit berichtet Eckhoff, dass sich ein DRK-Mitarbeiter die Mühe gemacht beziehungsweise sein Ekelgefühl überwunden habe und beim Durchschauen der Säcke auf persönliche Dinge des mutmaßlichen Müllverursachers gestoßen sei, aus denen sich dessen Identität ableiten lasse. „Wir haben das bei der Polizei zur Anzeige gebracht und werden das auch für künftige Fälle genau so anwenden“, kündigt Eckhoff an.

12. Juni 2017 16:17 Uhr. Alter: 2 Jahre