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„Arbeit des Roten Kreuzes unterschätzt“

Bremervörde/Osterholz. Bereits zum dritten Mal absolvierten zehn junge Frauen und Männer des ersten Ausbildungsjahres der Volksbank Osterholz-Scharmbeck eine sogenannte soziale Woche bei einer gemeinnützigen Einrichtung. Nach Tafel und Lebenshilfe entschieden sich die Nachwuchskräfte in diesem Jahr, die Arbeit des Bremervörder beziehungsweise Osterholzer Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kennenzulernen und tageweise in einem Teil derer Einrichtungen zu hospitieren.

Marco Feindt (Volksbank-Bereichsleiter Personal, links) und DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff (Zweiter von rechts) mit den Volksbank-Auszubildenden Lea Buerfeind, Ole Meyer, Stefanie Schwaßmann, Nele Müller und Katharina Kelm (vordere Reihe von links) mit den Bremervörder DRK-Mitarbeitern Katrin Engelmann, Steffen Wellbrock, Norbert Weber, Heike Zychla-Schadeck, Thomas Hechler und Christhild Bütepage (Foto: St. Jeschke/DRK)

Zuvor jedoch erhielten Katharina Kelm, Nele Müller (beide Alfstedt), Ole Meyer (Basdahl), Stefanie Schwaßmann (Bremervörde), Lea Buerfeind (Worpswede), Annkathrin Peters (Schwanewede), Marten Salomon, Annika Claassen, Tim Reinken und Timon Nitsch (alle Osterholz) von Stephan Jeschke (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Ehrenamtskoordination) in Form eines gut zweistündigen Referates einen umfangreichen Einblick in die Entstehungsgeschichte und Fortentwicklung der mehr als 150 Jahre alten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

 

Diese hat ihren Ursprung in der Schlacht von Solferino in Norditalien im Juni 1859 und dem erfolgreichen Bemühen des Genfer Kaufmannes und späteren ersten Friedensnobelpreisträgers Henry Dunant, für die zehntausenden verwundeten und verletzten Soldaten aus der Zivilbevölkerung heraus Hilfe zu organisieren. „Daraus entwickelte sich ab 1863 das Rote Kreuz beziehungsweise der Rote Halbmond - die weltweit größte und auf vielfältigsten Aufgabenfeldern tätige Hilfsorganisation, die mit mehr als 100 Millionen aktiven Helfern und Unterstützern in annähernd 200 Staaten vertreten ist. Von den rund 300.000 hauptamtlichen Beschäftigten arbeitet ungefähr die Hälfte beim Deutschen Roten Kreuz“, berichtete Jeschke den Volksbank-Auszubildenden.

 

Die Vorstellung, in welchen Bereichen der DRK-Kreisverband Bremervörde (und der vom Tätigkeitsspektrum her vergleichbar aufgestellte DRK-Kreisverband Osterholz) tätig ist, oblag dem stellvertretenden Geschäftsführer und kaufmännischen Leiter des DRK-Kreisverbandes Bremervörde, Thomas Hechler. Dabei ging er ausführlich zum Beispiel auf die Fachbereiche Erste Hilfe, Kinderbetreuung, Schulassistenzen, Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche mit Handicap, Alzheimer-Selbsthilfegruppen, Begleitetes Reisen, Betreutes Wohnen, Ambulante Pflege und Tagespflege ein.

 

Den Abschluss des Einführungstages bildete eine Begehung der Räumlichkeiten der im Katastrophenschutz und dem erweiterten Rettungsdienst tätigen DRK-Bereitschaft Bremervörde am Standort Gutenbergstraße (Solferino-Haus). Dabei stand der ehrenamtlich in der Bereitschaft und hauptamtlich im DRK-Rettungsdienst (Auszubildender zum Notfallsanitäter) tätige Steffen Wellbrock Rede und Antwort und gewährte Einblick in unterschiedliche Einsatzfahrzeuge.

 

Die verbleibenden vier Tage verbrachten die Volksbank-Auszubildenden überwiegend in den DRK-Kindertagesstätten an der Seite der Einrichtungsleiter Norbert Weber und Christhild Bütepage (Bremervörde), Maren Lilje (Worpswede), Verena Neuarth (Heißenbüttel) und Sandra Bädecker (Rautendorf) und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im DRK-Kreisverband Bremervörde bekamen sie überdies Einblick auch in die Arbeit der Tagespflegeeinrichtung der Sozial- und Pflegestation in Oerel, halfen an einem Vormittag ferner bei der Auslieferung der Speisen des Menüservices für Senioren in Bremervörde und umzu und erhielten bei den Geschäftsstellenmitarbeiterinnen Heike Zychla-Schadeck, Katrin Engelmann und Ulrike Blank Einblick in deren Arbeitsbereiche Kleidershops, Essen auf Rädern, Behindertenfahrdienst und Hausnotruf.

 

„Der Einblick, den wir beim DRK bekommen haben, mit älteren Menschen, aber auch mit kleinen Kindern zusammenzuarbeiten, war für uns sehr interessant und hat uns gezeigt, was im Leben noch auf uns zukommen wird. Auch konnten wir davon viel für den Arbeitsalltag im Kundenservice der Bank mitnehmen. Wir lernten Menschen kennen, mit denen wir sonst nicht so viel Kontakt haben. Außerdem hat uns die Spontanität und die Vielfalt des DRK begeistert. Wir stellten fest, dass die Arbeit des Roten Kreuzes in der Gesamtheit unterschätzt wird. Durch unsere Teilnahme an der sozialen Woche haben wir jetzt ein ganz anderes Bild von dessen Tätigkeiten. Auch die Anzahl ehrenamtlicher Helfer hat uns fasziniert", sagten die Auszubildenden um ihren Jahrgangssprecher Ole Meyer unisono.

 

Der Bremervörder DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff freute sich, dass die Wahl der Volksbank-Auszubildenden auf der Suche nach einem Betätigungsfeld für ihre soziale Woche auf das Rote Kreuz fiel und pflichtete Annette Döge (stellvertretende Geschäftsführerin DRK Osterholz) bei: „Für beide Seiten, DRK und Volksbank, waren diese fünf Tage interessant und schön zugleich.“

11. Juli 2017 15:03 Uhr. Alter: 2 Jahre